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Theresia Raich

Foto donna


1919-2018
Häftling im Polizeilichen Durchgangslager Bozen.

Artist
Linda De Zen

Luogo
Petrarcapark, Bozen

Bio



Theresia war vom September 1944 bis Ende April 1945 Häftling im Polizeilichen Durchgangslager in der Bozner Reschenstraße, weil zwei ihrer Brüder aus der Wehrmacht desertiert waren. Theresia und ihr Vater wurden deshalb in Sippenhaft genommen und verbrachten mehr als sieben Monate im Lager Bozen. Hunger, Kälte, Krankheit, Schikanen, die Angst, auf einen Transport geschickt zu werden, zu sehen, wie Häftlinge zu Tode gequält wurden – das hat Theresia für ihr Leben geprägt. Nach dem Krieg heiratete Theresia Albert Graf aus Rabenstein. Gemeinsam hatten sie neun Kinder: fünf Buben und vier Mädchen. 1956 erkrankte der Ehemann von Theresia schwer und das Überleben der Familie lastete allein auf ihren Schultern. Trotz dieser großen Belastung war es für Theresia immer sehr wichtig ein offenes Haus zu haben: Niemand sollte hungrig oder durstig von ihrem Tisch aufstehen. Sie hatte Hunger und Durst kennengelernt und wollte dieser Erfahrung etwas entgegensetzen. Theresia lebte bis zu ihrem 96. Lebensjahr auf dem Joggelehof in Stuls, freute sich über jedes einzelne ihrer 23 Enkelkinder. Die letzten Jahre bis zu ihrem Tod am 2. Oktober 2018 verbrachte sie im Altersheim von St. Leonhard.




Theresia wurde am 23. Juni 1919 in St. Leonhard im Passeiertal geboren. Von den insgesamt 10 Kindern der Bauernfamilie starben vier bereits im Kleinkindalter. Bei der Option 1939 entschied sich die Familie für die Beibehaltung der italienischen Staatsbürgerschaft und zog sich dadurch den Hass vieler lokaler Nationalsozialisten zu. Ende Juni 1944 desertierten die Brüder von Theresia, Anton (*1925) und Franz (*1926), während ihrer Ausbildungszeit in der Kaserne von Schlanders und versteckten sich in den Wäldern. Am 21. September 1944 wurden der Vater Josef (*1885) und Theresia im Zuge einer großen Razzia verhaftet und mit weiteren 35 Personen aus dem Passeiertal ins Polizeiliche Durchgangslager Bozen deportiert. Der Hof der Familie wurde von den NS-Behörden einem Nachbarn zur Verwaltung übergeben. Theresia und ihr Vater verbrachten mehr als sieben Monate im Lager Bozen. Bei ihrer Ankunft wurden sie gleich getrennt, Theresia kam in den Frauenblock. Zunächst wurde Theresia mit anderen Frauen zum Arbeitseinsatz in den Grieser Kasernen zugeteilt, wo sie Uniformen waschen mussten. Nach etwa einem Monat wurde Theresia für einige Wochen in das Außenlager in Gossensass überführt. Dort wurden die weiblichen Häftlinge für die Putz- und Küchenarbeit eingesetzt. Sie waren den sexuellen und gewalttätigen Übergriffen der SS-Männer schutzlos ausgeliefert. Das Essen war noch karger und schlechter als im Lager Bozen. Hunger, Kälte, Krankheit, Schikanen, die Angst, auf einen Transport geschickt zu werden, zu sehen, wie Häftlinge zu Tode gequält wurden – das hat Theresia für ihr Leben geprägt. Am 30. April wurde Theresia aus dem Lager entlassen. Das Polizeiliche Durchgangslager in Bozen wurde aufgelöst. 1946 heiratete Theresia Albert Graf aus Rabenstein. Sie hatten neun gemeinsame Kinder: fünf Buben und vier Mädchen. 1956 erkrankte der Ehemann von Theresia schwer. Er war lange im Krankenhaus und danach nicht mehr erwerbsfähig. Theresia musste also die gesamte Familie versorgen, indem sie für Verwandte und Bekannte nähte und wusch. Sie arbeitete oft bis tief in die Nacht. Trotz dieser großen Belastung war es für Theresia immer sehr wichtig ein offenes Haus zu haben. Viele große und kleine Menschen fanden über einen kürzeren oder längeren Zeitraum Aufnahme in ihrem Haus. An einen Grundsatz hielt sich Theresia ein Leben lang: Niemand sollte hungrig oder durstig von ihrem Tisch aufstehen. 1999 starben innerhalb von zwei Monaten der Ehemann und der drittgeborene Sohn. Von diesem schweren Schlag erholte sich Theresia nur langsam; ihr tiefer Glaube haben ihr dabei geholfen. Theresia lebte bis zu ihrem 96. Lebensjahr auf dem Joggelehof in Stuls, freute sich über jedes einzelne ihrer 23 Enkelkinder. Die letzten Jahre bis zu ihrem Tod am 2. Oktober 2018 verbrachte sie im Altersheim von St. Leonhard.

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Linda De Zen
Si laurea in spettacolo al DAMS di Padova.
Il suo interesse per l’arte si sviluppa anche praticamente: inizia a studiare da autodidatta diverse tecniche, la fotografia analogica, il mosaico e infine la pittura. Il suo processo pittorico si sviluppa nei ritratti a occhi chiusi, opere in cui l’artista rifiuta l’osservazione del medium e si concentra sul soggetto che ha di fronte trasformando la sua percezione visiva nel tratto. Nel 2017 arriva a Roma per proseguire la sua ricerca e sviluppa i suoi lavori in una residenza d’artista presso la galleria Sala Blu che ospita la sua prima mostra personale. Successivamente espone al Museo Scalvini di Desio (MB), nell’Abbazia di Badia a Ruoti (AR), nelle sale di Palazzo Risolo a Specchia (LE), a Trieste presso Knulp e in occasione del Tact&Art 2019, nel 2020 ritorna in mostra a Roma da Up Urban Prospective Factory e nel mese di agosto è ospitata dal comune di Bienno (BR) in un progetto espositivo personale nelle sale affrescate della biblioteca. Il suo lavoro pittorico si affianca a quello illustrativo: nel 2020 realizza il libro MeTe, un lavoro editoriale a quattro mani con Massimo Viglietti pubblicato da Neomediaitalia (NA) nel novembre 2021, nello stesso anno le sue illustrazioni sul volume Una stanza tutta per sé, curato da Rossana Calbi per Edizioni del Frisco (PI), nel 2022 pubblica il libro d’artista Mitomani per Beauroma Books (RM) presentato in mostra da Uroboro Bookshop di Roma per la rassegna Zone a Tema Lib(e)ro. A maggio 2023 ha presentato la mostra personale Conviene far bene l’amore a cura di Rossana Calbi al Germi di Milano.
Per contattarla: telemailsito

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