">

Franca Turra

Foto donna


1918-2003
Boznerin, als sogenannte “stafetta” mit dem Decknamen „Anita“ in der Resistenza aktiv.

Artist
Marco Weber

Luogo
Petrarcapark, Bozen

Bio



Francesca Sosi, besser bekannt mit dem Namen Franca Turra, wurde in Avio (TN) am 11. Juni 1918 geboren. Bis 1924 lebte sie in Rovereto, wo der Vater als Schreiner tätig war. Die Familie folgte dann den beruflich bedingten Wohnsitzwechseln des Vaters, der inzwischen als Facharbeiter in den Lancia-Werken arbeitet, zuerst in Chivasso, dann in Turin und schließlich, ab 1937 in Bozen. Hier findet Franca eine Anstellung beim Arbeitsamt und heiratet Vittore Turra (1911-2003). Während des Kriegs wird ihr Mann1941 in Afrika von den britischen Streitkräften gefangengenommen und nach Indien deportiert. Nach dem 8. September 1943 tritt Franca in das Geheimkomitee ein, das den Häftlingen des Bozner Durchgangslagers Hilfe leistet. Ihr Deckname ist “Anita”. Nach den Verhaftungen vom 19. Dezember 1944 übernimmt Franca eine zentrale Rolle in der Organisation. Nach der Befreiung Italiens erfährt sie mehrfach Anerkennung und Ehrungen für ihre Tätigkeit als Partisanin. Sie stirbt in Peschiera am Gardasee, am 12. Dezember 2003.




Francesca (Franca) Sosi sieht am 11. Juni 1918 in Avio, in der Provinz Trient das Licht der Welt, da die Familie nach Ausbruch des ersten Weltkriegs von Rovereto dorthin gezogen war. Nach Kriegsende zieht die Familie nach Chivasso, wo Franca die Berufsschule besucht; aufgrund der Arbeitsplatzwechsel ihres Vaters, der zuerst als Schreinermeister und später als Facharbeiter in den Lancia-Werken den Lebensunterhalt der Familie verdient, folgen Übersiedlungen nach Turin und schließlich, im Jahr 1936, nach Bozen. Die Eltern von Franca sind beide Sozialisten und der Vater widersetzt sich der Einschreibung in die National-Faschistische Partei. 1937 begegnet Franca ihrem zukünftigen Ehemann Vittore Turra, auch er stammte aus dem Trentino und hatte Rechtswissenschaften studiert. Vittore war überzeugter Anhänger des faschistischen Regimes und wird als Freiwilliger an den Militäreinsätzen in Spanien und Afrika teilnehmen. Am 25. April 1940 kommt die einzige Tochter des Paares, Gabriella auf die Welt und im Jänner des darauffolgenden Jahres wird Vittore von den Engländern in Afrika gefangengenommen und nach Yol in Indien deportiert, wo er bis 1946 in Kriegsgefangenschaft bleibt. In der Zwischenzeit hat Franca eine Anstellung beim Bozner Arbeitsamt erhalten und zieht alleine die kleine Gabriella groß. Der 8. September 1943 mit der Besetzung durch die NS-Truppen, stellt einen gravierenden Einschnitt dar. Franca sieht den durchfahrenden Zügen nach, mit denen italienische Kriegsgefangene und auch Zivilisten nach Deutschland deportiert werden. Zu Beginn sammelt sie die Zettelchen ein, die von den Verzweifelten aus den Waggons geworfen werden und versucht, deren Familien zu kontaktieren, um die Nachrichten zu überbringen, aber dann entschließt sie, sich unter dem Decknamen “Anita” der Widerstandsbewegung anzuschließen. Als 1944 das Durchgangslager in Bozen eröffnet wird, entsteht dank Manlio Longon und Ferdinando Visco Gilardi ein Geheimkomittee, das versucht, die Gefangenen zu unterstützen und in dem Franca noch eine wichtige Rolle übernehmen würde. Nach einer Reihe von Inhaftierungen im Dezember 1944 übernimmt Franca zusammen mit Maria, der Gattin von Gilardi, und weiteren Frauen die Koordinierung und gewährleistet den Inhaftierten Unterstützung. Franca hält die Kontakte zwischen der Widerstandsbewegung innerhalb des Lagers, dem CLN und dem CLNAI (dem Bozner Befreiungskomitee und dem Mailänder Nationalen Befreiungskomitee für Norditalien); sie organisiert Spendensammlungen, um den Deportierten Pakete zukommen zu lassen, verwaltet die Korrespondenz und schmiedet Ausbruchspläne. Die Aufzeichnung ihrer Tätigkeiten ist äußerst wertvoll und ermöglichte es, die Geschichte der Deportation und des Widerstands im Lager in der Reschen-straße nachzuzeichnen. Während der gesamten Dauer des Kriegs korrespondierte Franca intensiv mit ihrem in Indien gefangenen Mann Vittore. Sie wird ihm nur nach der Befreiung eröffnen, dass sie sich zu den Partisanen geschlagen hatte.

.   

.   

     

.   

Marco Weber
È forse scontato dire che l’arte non è altro che la conseguenza o anche la cornice visibile di un vissuto? Frutto di incontri, scontri, drammi, gioie, pensieri. Al fare arte devo la mia salvezza dai pensieri più bui, la compagnia, l’entusiasmo, le furiose scornate, il divertimento, il mio cercare di restare, con un pò meno fatica, bambino.
Per contattarlo: emailfb