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Maria De Paoli Toffol

Foto donna


1903-1978
Die erste italienischsprachige Frau, die eine Schutzhütte in Südtirol führte.

Artist
Laura Levada

Luogo
Petrarcapark, Bolzano

Bio



Maria De Paoli sieht im Trentino, in der Ortschaft Gobbera am 20. November 1903 das Licht der Welt. Ihr Vater Giovanni De Paoli ist von Beruf Maurer und leider gewalttätig und despotisch; die Mutter hieß Domenica Paulet. 1910 wanderte die Familie in die Schweiz aus, nach Luzern, wo die Kinder die deutsche Pflichtschule besuchten. Der Vater ließ dann nicht zu, dass diese ihre Ausbildung fortsetzten. Maria begann also gleich nach Schulende in einer Fabrik zu arbeiten, bis sie 1918 nach San Martino di Castrozza zog und mit 16 Jahren den Gastwirt Giovanni Toffol heiratete Es kamen zwei Kinder zur Welt, Elda und Aldo, aber die Ehe wird nicht lange halten, da Giovanni ein unverbesserlicher Schürzenjäger ist. Maria beschließt mit viel Mut, ihn zu verlassen, obwohl damals das Verlassen der ehelichen Wohnung eine Straftat darstellte und macht sich auch finanziell selbstständig. 1936 übernimmt sie die Führung der Cai-Schutzhütte „Locatelli“, am Fuße der Drei Zinnen. Es handelt sich um eine große Ausnahme in einer rein von Männern geprägten Domäne; die Arbeit ist hart und anstrengend, sie wird aber ausgeglichen von einer atemberaubenden Umgebung, von interessanten Menschen, wie Bergsteiger und Kletterer, die in Maria eine mehrsprachige und gebildete Gastgeberin finden. Unter den Stammgästen der Schutzhütte, zu denen auch freundschaftliche Beziehungen entstehen, zählt man den Schriftsteller Dino Buzzati und den Alpinisten Tita Piaz. Außerdem bietet Maria Mädchen, die in Schwierigkeiten geraten sind, eine Unterkunft und Arbeit. Das Locatelli-Schutzhaus wird zudem zu einem sicheren Ort für Antifaschisten. Während des Kriegs lebt Maria wiederum für kurze Zeit in San Martino di Castrozza. Sie dolmetscht für die Nazis und versucht dabei, an Informationen zu gelangen, denn ihr Sohn Aldo ist bei den Partisanen und die Tochter Elda schmuggelt Waffen. Später lernt sie Ingenieur Pollini kennen und lieben, mit dem sie lange Jahre zusammenleben wird. Einige Jahre lang führt sie eine Schutzhütte auf der Plose. Ihr Lebensgefährte Ing, Pollini verstirbt leider und hinterlässt Maria alleine zurück, ohne jeglichen Anspruch, trotz der vielen gemeinsamen Jahre und sie verfällt in eine tiefe Depression. Es werden ihr ihre beiden Kinder und Giovanni zur Seite stehen, mit dem sie inzwischen wieder in Bozen zusammengezogen ist. Maria verstirbt mit 75 Jahren, an „Herzschmerz“, geistig völlig klar, bis zu ihrer letzten Minute.




Maria De Paoli kam im Trentino, in der Ortschaft Gobbera, am 20. November 1903 zur Welt. Ihr Vater, namens Giovanni De Paoli, war korsischer Herkunft und Maurermeister von Beruf, die Mutter hieß Domenica Paulet und hatte englische Wurzeln. Die Eltern waren sehr religiös und streng, insbesondere der Vater war herrschsüchtig und gewaltsam. Im Jahre 1910 wanderte die Familie nach Luzern, in die deutschsprachige Schweiz aus, wo die Kinder die deutsche Pflichtschule besuchten. Der Vater ließ es dann nicht zu, dass sie ihre Ausbildung fortsetzten denn „niemand sollte was Besseres werden, als er selbst.“ Deshalb begann Maria gleich nach ihrem Pflichtschulabschluss in einer Fabrik zu arbeiten, bis sie 1918 nach San Martino di Castrozza zog, wo sie 16jährig den Gastwirt Giovanni Toffol kennenlernt und alsbald heiratet. Zwei Kinder entstammen der Ehe, Elda und Aldo, aber das Eheglück wird nicht lange halten, denn Giovanni ist ein unverbesserlicher Schürzenjäger und zeugt zwei uneheliche Kinder. Maria fasst ihren ganzen Mut zusammen und beschließt, ihren Ehemann zu verlassen, obwohl damals das Verlassen der ehelichen Wohnung einen Straftatbestand darstellte. Sie schafft es, sich auch finanziell selbständig zu machen und übernimmt 1963 die Führung der Locatelli-Schutzhütte, am Fuße der Drei Zinnen. In einer männergeprägten Branche stellt Maria eine Ausnahme dar; die Arbeit ist hart und mühsam, alles muss zu Fuß und mit Mauleseln vom Misurina-see heraufgebracht werden. Doch neben der Härte des Alltags gibt es auch Abenteuer, die wunderschöne Naturkulisse, die Bergsteiger und Bergfreunde, die in Maria eine warmherzige und gebildete Gastgeberin finden. Sie spricht fließend 4 Sprachen: Italienisch, Deutsch, Englisch und Französisch und liest leidenschaftlich gerne, besonders philosophische und lyrische Texte. Unter den Gästen der Schutzhütte reihen sich der Schriftsteller Dino Buzzati, mit dem sie eine freundschaftliche Beziehung aufbauen wird, genauso wie mit Tita Piaz, einer der besten Bergsteiger jener Zeit. Maria hat eine tief verwurzelte, ethische Grundhaltung: sie bietet Mädchen, die in Schwierigkeiten geraten sind, Unterkunft und Arbeit und nach und nach wird die Locatelli-Schutzhütte auch zu einem sicheren Ort für Gegner des Faschismus. Während des Kriegs lebt Maria eine Zeitlang in San Martino di Castrozza und verdient sich als Dolmetscherin für die Nazis, wobei sie insgeheim versucht, Informationen über Ort und Zeitpunkt geplanter Razzien zu erfahren. Ihr Sohn Aldo hat sich nämlich den Partisanen angeschlossen und die Tochter Elda schmuggelt Waffen. Später wird sie Ingenieur Pollini kennen und lieben lernen, mit dem sie viele Jahre zusammenleben wird. Nach der Zeit auf der Locatelli-Schutzhütte, die sie als die Schönste in Erinnerung behalten wird, führt sie drei Jahre lang eine Schutzhütte auf der Plose. Ihr langjähriger Lebensgefährte, Ing. Pollini, verstirbt leider zwischenzeitlich an einem Krebsleiden und Maria bleibt alleine zurück, ohne Anerkennung irgend eines Anrechts, trotz der vielen gemeinsamen Jahre und sie verfällt in eine tiefe Depression. Es werden ihr ihre beiden Kinder und Giovanni beistehen, mit dem sie inzwischen wieder in Bozen zusammenlebt. Maria verstirbt mit 75 Jahren an „Herzschmerz“, geistig völlig klar, bis zu ihrer letzten Minute.

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Laura Levada
Io avrei voluto cantare ma alle scuole elementari l’insegnante mi escluse dal coro scolastico
perché, a dir suo, stonatissima e mi mise lì, in fondo alla classe a disegnare. Andò che poi mi
diplomai all’ Istituto d’arte di Trento.
Recentemente ho trovato il piacere della pittura nella formula del ritratto.
I volti mi appassionano, mi affascina ritrarli, m’innamoro di loro ogni volta che li dipingo, è un tuffo
nell’anima di chi ho di fronte. Osservare le foto di Maria De Paoli Toffol e cercare di rappresentarla
mi ha permesso, per qualche giorno, di vivere con empatia la sua storia.
Per contattarla: emailfb

     

     

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