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Ada Vita

Foto donna


1924-2022
Gründerin des Vereins für Blutspenden AVIS Südtirol, ehrenamtliche Krankenpflegerin (CRI).

Artist
Ciro Saetti

Luogo
Petrarcapark, Bozen

Bio



Ada Vita verstarb am 21. November 2022 in ihrer Bozner Wohnung in der Fiume-Straße, in der sie seit 1932 gelebt hatte, seit ihre Eltern von Mailand nach Bozen gezogen waren. Im Alter von 98 Jahren war ihr bewusst, dass sie der Tod jeden Moment ereilen konnte. Deshalb hatte sie bereits ihre Grabinschrift verfasst, die folgendermaßen lautete: “Liebe, spende Trost, arbeite und rette. Heute verabschiede ich mich vom irdischen Dasein, um mich in Freude mit meinen Angehörigen wieder zu vereinen. Schwester Ada Vita.” In diesen Worten ist bereits alles enthalten, was Ada Vita ausmachte. “Schwester”, weil sie eine Rotkreuz-Krankenschwester war. “Liebe, spende Trost, arbeite und rette”: das war ihr Credo und das Motto der Rotkreuz-Schwestern. Ada setzte im Libanon ihr Leben aufs Spiel, begab sich mit den Rettungsmannschaften ins Friaul, nach Irpinien und Stava, in die von Erdbeben oder Überschwemmungen heimgesuchten Gebiete. Ada Vita schrieb ein bedeutsames Stück der Geschichte der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Bozen. Mit 17 führte sie ein Tagebuch, in dem die Geschichte der Stadt in den Kriegsjahren von 1942 bis 1945 festgehalten ist. Nach Kriegsende nahm sie ihr Pädagogikstudium wieder auf und schloss es erfolgreich ab. In den 50er Jahren war sie eine der Mitbegründer des AVIS, des Vereins für freiwillige Blutspende. Im Jahr 1959 wurde sie zur freiwilligen Rotkreuz Krankenschwester. In dieser Rolle setzte sie sich in Kriegsgebieten und bei großen Naturkatastrophen ein, wie dem Erdbeben in Friaul und in Irpinien. Im Jahre 1982 war sie mit der Friedensmission in Beirut, um die Palästinenser zu schützen, dabei hatte sie eine führende Rolle im italienischen Kontingent der freiwilligen Helfer. Von 1998 bis 2002 war sie Vizepräsidentin des Landeskomitees des Südtiroler Roten Kreuzes.




Ada Vita verstarb plötzlich, am 2. November 2022, an einem Montag, in ihrer Wohnung in der Fiume-straße in Bozen, wo sie seit dem Jahre 1932 lebte, als ihre Eltern von Mailand hierhergezogen waren. Im Alter von 98 Jahren war ihr bewusst, dass sie der Tod jeden Augenblick ereilen konnte, deshalb hatte sie bereits ihre Grabinschrift vorbereitet. Sie lautete folgendermaßen: “Liebe, spende Trost, arbeite und rette. Heute verabschiede ich mich von allem Irdischen, um mich in Freude mit meinen Angehörigen wieder zu vereinen. Schwester Ada Vita.” In diesen Worten schwingt alles mit, was Ada Vita ausmachte. Sie bezeichnete sich als “Schwester”, weil sie eine Rotkreuzschwester war und das Rote Kreuz ihr Lebensinhalt. “Liebe, spende Trost, arbeite und rette”: das war Ihr Credo und gleichzeitig das Motto der Rotkreuzschwestern. Ada hat im Libanon ihr Leben aufs Spiel gesetzt, hat sich mit den Rettungsmannschaften in die von Erdbeben und Überschwemmungen heimgesuchten Gebiete wie Friaul, Irpinien oder ins Trentino, nach Stava begeben. “Mich in Freude mit meinen Angehörigen wiedervereinen” hier schwingt die Erinnerung an eine glückliche Kindheit mit, die jahrzehntelang in ihrem Heim in der Fiume-straße gehütet war. Ada Vita stellt einen wichtigen Teil der Geschichte Bozens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dar. Mit 17 Jahren führte sie Tagebuch und hielt die Geschichte der Stadt in den Kriegsjahren von 1942 bis 1945 fest (es wurde 2007 veröffentlicht unter dem Titel “Mein “geheimes” Kriegstagebuch”). Sie beschrieb darin die Schwierigkeiten, die Ängste, die Hungersnot, die Besetzung durch die NS-Truppen am 8. September und später das Eintreffen der Alliierten am 5. Mai 1945. Nach Kriegsende nahm sie ihr Studium wieder auf und promovierte in Pädagogik, wobei es ihr wichtig war, sich jenseits der gängigen Rollenmuster der Mutter und Ehefrau zu verwirklichen. In den 50er Jahren zählt sie zu den Gründungsmitgliedern der AVIS, der Vereinigung der freiwilligen BlutspenderInnen. Sie kümmerte sich um die Kontrolle der Blutkonserven, überwachte die Kühlzellen und die Konservierung des Blutplasmas, denn damals wurden Blutentnahmen noch sehr handwerklich durchgeführt. Im Jahre 1959 wurde sie zur “ Schwester Ada”, einer freiwilligen Rotkreuzschwester und 1968 zur Inspektorin des Italienischen Rotkreuz auf Landesebene, später der Gesamtregion Trentino-Südtirol- Von 1998 bis 2002 war sie auch Vizepräsidentin des Rotkreuz-Landeskomitees. Dem Roten Kreuz widmete sie ihr Leben, ohne vor irgendetwas zurückzuschrecken: 40 Jahre lang war sie im Dienst und danach noch jahrelang mit dem Ordnen von Unterlagen und Archiven beschäftigt. Als freiwillige Rotkreuzschwester war sie in verschiedenen Kriegsgebieten im Einsatz, wie z.B. im Libanon, oder bei Umweltkatastrophen, wie den beiden Erdbeben in Friaul und Irpinien. 1982 war sie als erste Gruppenleiterin des italienischen Kontingents von freiwilligen HelferInnen mit der Friedensmission in Beirut, mit der Aufgabe, die Palästinensische Bevölkerung zu schützen. Sie wirkte an der Seite von Paolo Nespoli, dem Raumfahrer, damals Oberfeldwebel der Fallschirmjäger. Eine der schlimmsten Erinnerungen in ihrem Leben blieb die Katastrophe von 1985 im Trentino, des Dammbruchs von Stava, im benachbarten Fleimstal.

     

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Ciro Saetti

     

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